Snetterton, Oktober 2015, Endurance Legends Track day

Im Oktober war es soweit, der 2. Testlauf sollte stattfinden. Ich habe mich dazu entschieden nach England zu fahren, um auch mal ein paar Leute aus dem 400 Greybike-Forum zu treffen. Als Termin habe ich mir den 16.10-18.10.2015 ausgesucht. Die Endurance Legends Track days. Also am Mittwoch, den 14.10.2015 den Bulli gepackt, ein Ticket für den Tunnel gebucht und ab ging es am Donnerstag Morgen Richtung England. Die Fahrt bis nach Calais ging recht zügig. Nur in Calais stauten sich die LKW´s, Streik am Tunnel. Nach dem wir das mit 4 Stunden Verspätung überwunden hatten, fuhren wir von Folkstone Richtung Snetterton. Das Wetter wurde immer bescheidener. Abends in Snetterton angekommen sind wir erst einmal zur Rennstrecke gefahren um uns dort umzusehen, bevor es in unser Hostel ging. Nach einer ruhigen Nacht, fuhren wir Morgens um 07.00 Uhr zur Rennstrecke. Unsere Unterkunft war eine hervorragende Wahl, super sauber und ein klasse Frühstück, so sollte es weiter gehen. Doch Pustekuchen, Petrus hatte kein einsehen mit uns, es goss aus allen Wolken. Also Motorrad und Equipment ausgeladen und dann zur Anmeldung gegangen. Dort haben wir erfahren, das jeder an der Fahrerbesprechung teilnehmen muss, sonst darf man nicht auf die Strecke und anschließend ging es ab zur Phonemessung. Erlaubt waren 105 db, bei 8000 Umdrehungen. Bestanden mit 101 db. Jetzt ging es wieder zurück zum Bulli, Motorrad aufbocken, denn an fahren war nicht zu denken. Erstens hatte ich keine Regenreifen mit und zweitens wollte ich das Motorrad bei dem Wetter nicht umbedingt wegwerfen.

So gegen Mittag schloss Petrus dann die Schleusen, sodass es gegen 15.00 Uhr fast trocken war. Rein in die Klamotten, Reifenwärmer drauf und um 15.40 Uhr ging es ab auf die mir fremde Rennstrecke. Nach ca. 5 Runden hatte ich ein Problem mit meinem Helm. Für England typisch: Nebel!! Der Helm war von innen total beschlagen, ich hab nichts mehr gesehen, also habe ich den Turn abgebrochen. Helm zerlegt, alles gereinigt, Pinlock kontrolliert und wieder zusammengebaut. In der Zwischenzeit haben wir auch einige nette Jungs von der Insel kennengelernt, alles verrückte. Mike aus dem Forum war mit seiner fast serienmäßigen Honda VFR 400 da und noch ein paar 400 er. Um 16.15 wollte ich wieder auf die Strecke, doch da hat sich jemand am Ende der Gegengrade hingelegt und die ganze Kurve mit Öl eingesaut. Ich habe mich dazu entschlossen erst wieder am Samstag zu fahren. Mike, Florian und ich ließen den Abend in einem typisch englischen Pub, mit sehr sehr gutem Essen und ein paar Bierchen ausklingen.

Samstag Morgen war es zwar kalt, aber die Strecke war trocken und es konnte gleich losgehen. Mike hat noch die Gruppe gewechselt, so konnten wir zusammen fahren. Es ging natürlich erst mal sehr langsam um die Strecke. Ich wusste nach den 5 Runden vom Vortag ja nicht wohin es ging. Sollte aber noch werden. Gegen Mittag traf Sam Billing aus dem Forum ein. Endlich mal ein paar Gesichter zu den ganzen Namen. Sam hat mir auch seine ganzen Bilder geschickt, die Ihr unten bewundern könnt. Nachmittags gab es ein Problem mit dem Kabelbaum, ich hatte plötzlich auf der Strecke keine Leistung mehr, das Motorrad lief nur noch über 2 Cylinder. Was war das? Bezindruck war in Ordnung und trotzdem lief die Rakete nicht richtig. Rein in die Box, Motorrad auf die Ständer gestellt, Verkleidung, Tank und Sitzbank runter. Fehlersuche, wir haben den Fehler aber sehr schnell gefunden. Ein Kabel von der Zündspule war direkt am Stecker abgebrochen, macht sich bezahlt, wenn die Kabelbäume selber gebaut hat. Man findet die Fehler schnell. Ruck zuck neuen Stecker angecrimpt und der Motor lief wieder einwandfrei. Rauf auf die Stecke und noch 2-3 Turns fahren. Von Turn zu Turn wurde ich immer schneller, die Übersetzung passte nicht so wirklich. Das Motorrad war zu lang Übersetzt. Sieht man auch sehr gut in den Log-Files. Am Abend haben wir dann alles eingeladen, denn es sollte am Sonntag Morgen nach Hause gehen. Abends haben wir uns mit Mike und Frau noch einmal in dem Pub getroffen um ein paar Geschichten über Motorräder usw. zu führen. War ein sehr sehr netter Abend.

Sonntagmorgen  ging es dann ab nach Hause. Nach ca. 8 Stunden sind wir an der Garage angekommen, alles schnell ausgeladen und ab in die Wanne.

Es war eine sehr entspannte Veranstaltung in England, was ich so nicht erwartet habe. Jeder hat auf jeden Rücksicht genommen, keine Messer zwischen den Zähnen. Toll. Die Rennstrecke inklusive Fahrerlager gefällt mir auch sehr gut. Viele Grünflächen laden im Sommer zum Zelten ein, es gibt Tische mit Stühlen fest aufgebaut. Das Motorrad lief die beiden Tage auch super, bis auf das gebrochene Kabel an der Zündspule. Ich kann für mich festhalten: Der Umbau auf die Einspritzung hat sich wirklich gelohnt, es ist viel fahrbarer als mit den Flachschiebern. Nun fehlt noch das Feintuning an den Maps. Doch hier werde ich mir Hilfe von einem Profi besorgen, damit ich nicht in die falsche Richtung gehe. Ich denke die ein oder andere Pferdestärke lässt sich dann noch finden.